Im Südwesten Spaniens (Extremadura, Andalusien), sowie in Portugal existieren ausgedehnte Landschaftsflächen, die im Spanischen als "Dehesa" bezeichnet werden und mit den mitteleuropäischen Hutewäldern vergleichbar sind.
Dehesas sind Eichen- und Olivenhaine und entstanden durch Beweidung der ursprünglich viel dichteren Steineichenwälder durch Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen. Die Wälder, von denen die Legende behauptet, dass vor 2000 Jahren "ein Eichhörnchen die iberische Halbinsel von Baumwipfel zu Baumwipfel hüpfend durchqueren konnte" wurden durch Befraß und der damit verbundenen Reduzierung der natürlichen Verjüngung kontinuierlich lichter. Nicht weideharte, krautige Vegetation wurde vielfach völlig zurückgedrängt, Eichenhaine mit lichter Bewaldung entwickelten sich.
Dehesas beherbergen eine artenreiche Flora und Fauna und gelten daher als ein Musterbeispiel für eine naturnahe Kulturlandschaft. Bäume schützen den Boden vor Errosion, lieferten Brennstoffe, Kork und Futter für die Weidetiere. Heute ist ein Großteil der Dehesas überaltert, da natürlich nachwachsenden Bäume durch übermäßigen Viehbesatz weggefressen wurden. Durch Aufgabe der Bewirtschaftung verbuschen die Dehesas, und fallen oftmals Waldbränden zum Opfer.